Arbeiten bei Wind und Wetter

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Es ist Samstag, es regnet, windet und es ist eklig kalt. Und doch geht es an der Baustelle des neuen Umkleidegebäudes am Kunstrasenplatz in Ilshofen geschäftig zu – wie an jedem Samstag, seit dem Spatenstich vor gut einem Jahr. Beim Besuchstermin ist die Außenfassade dran. Und die Dachterrasse, von der aus Besucher das Spielfeld künftig bestens im Blick haben.

„Wenn alles fertig ist, haben wir am Kunstrasenplatz endlich Umkleiden und Duschen“, erklärt TSV-Vereinsvorsitzender Herbert Schürl. „Das war höchste Zeit. Immerhin trainieren und spielen unsere Nachwuchsmannschaften hier unten.“ Eines betonen die TSV-Ehrenamtlichen immer wieder: Für eine Stadt seien Kindergärten, Schulen, Infrastruktur zwar wichtig – aber wichtig sei auch ein Verein wie der TSV, der Sport in der Breite anbietet, und das für Jung und Alt.

Und doch hätten die Ilshofener zu Beginn etwas skeptisch auf „noch so ein teures Projekt für den TSV“ geschaut, meint Mitglied Walter Fröber, „doch mittlerweile ist die Akzeptanz für das Gebäude gestiegen. Die Leute sehen, dass wir hier fast alles selber machen.“

Arbeiten bei Wind und Wetter

Und tatsächlich: Bei Wind und Regen stehen etliche Männer auf dem Dach des Gebäudes. Am Vortag haben sie schon den Kies glattgezogen, auf dem die Terrassenplatten liegen sollen. Doch über Nacht ist eine Katze darüber gelaufen, die Spuren sind deutlich zu sehen. Also wird noch mal alles geglättet, bevor die Platten verlegt werden.

Unten an der Fassade knien zwei weitere Männer und fixieren Kabel. Sie sind fleißig und lassen sich kaum vom Vesper ablenken, das im Inneren des Gebäudes schon wartet, zusammen mit einem heißen Kaffee zum Aufwärmen.

Dass der TSV in dem einen Jahr Bauzeit – trotz Corona – so weit gekommen ist, dass überhaupt schon das Dach geplättelt werden kann, ist nur diesen fleißigen Helfern zu verdanken. Acht bis zehn sind regelmäßig an den Samstagen da, „egal bei welchem Wetter“, lobt Uli Halder, der den Bau zusammen mit seinem Sohn Fabian, mit Uli Maas und Hans Georg „Hanse“ Bubeck leitet. Letzterer war an fast jedem Samstag vor Ort, und oft auch an den anderen Tagen, betont Halder.

Und weil so viele mitgearbeitet haben – zum Teil auch kostenlos unterstützt von Ilshofener Betrieben – hat der TSV in dem einen Jahr Bauzeit viel geschafft: Nach dem ersten Spatenstich im Spätherbst wurden die Kanäle gezogen. Dann wurde das Fundament ausgebaggert und gegossen, die Wände hochgezogen, „das alles war ein ziemlicher Kraftakt“, so Uli Halder.

Im Wortsinn, denn alle Bausteine und der Stahl mussten ohne Kran rangeschafft werden. Der Rohbau stand im Februar. Im März war die Decke fertig. Im April wurden Fenster eingebaut. So ging es im Takt weiter: Estrich im Mai und Juni, Fliesen im Juli und August. Im September und Oktober waren die ehrenamtlichen Helfer als Maler beschäftigt, seit November ist die Außenfassade dran.

Hat Corona den Bau behindert? Nicht, was die Helfer betrifft, so Halder. „Aber natürlich mussten auch wir manchmal auf Baumaterialien warten. Deshalb ist auch noch nicht ganz klar, wann das Gebäude bezogen werden kann. Es fehlen noch Teile des Innenausbaus, Elektrik und Sanitär, zum Beispiel. Und das Geländer für die Dachterrasse. „Das schweißen wir selber“, sagt Halder, „jedes einzelne Stäbchen. Das ist sehr aufwendig.“ Dennoch: Im Sommer soll alles fertig sein. „Wir sind zuversichtlich“, sagt Uli Halder. „Schauen wir mal.“

Info Das ehrenamtliche Engagement blieb auch beim Württembergischen Fußballverband WFV nicht unbemerkt. Als er im vergangenen Herbst den Vereins-Ehrenamtspreis verlieh, erreichte der TSV Ilshofen den zweiten Platz.

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